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Die Nebennierenrindeninsuffizienz bezeichnet einen Funktionsausfall dieses Organs, welcher sich in einer ungenügenden Produktion und Ausschüttung der dort gebildeten Hormone widerspiegelt.
Generell muss man zwischen der primären und der sekundären Form unterscheiden. Bei der primären Form, die auch als Morbus Addison bezeichnet wird, liegen die Ursache und der Schaden in dem Organ selbst. Die sekundäre Form, auf die hier nicht weiter eingegangen werden soll, kann durch einen Defekt in den übergeordneten Regulationszentren (die Hirnanhangsdrüse bzw. Hypophyse oder der Hypothalamus) oder nach plötzlicher Beendigung einer Langzeittherapie mit Kortisonpräparaten eintreten.
Beim Morbus Addison ist die Nebennierenrinde in etwa 80 Prozent der Fälle aufgrund einer Autoimmunerkrankung geschädigt, in etwa 10 bis 20 Prozent im Rahmen einer Tuberkulose (Schwindsucht). Es können auch Tumorerkrankungen und andere Grunderkrankungen Auslöser für diese primäre Form der Nebenniereninsuffizienz sein.
Der autoimmune Morbus Addison befällt häufiger Frauen und die tuberkulöse Form häufiger Männer. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 20. bis 50. Lebensjahr.

 

Ursachen
 
Zum Auftreten der hormonellen Insuffizienzerscheinungen (NNR-Insuffizienz) müssen neun Zehntel der Nebennierenrinde beider Organe zerstört sein. Als Ursachen einer primären Nebenniereninsuffizienz kommen mehrere Faktoren in Frage.
1.) In etwa 70 Prozent der Fälle kommt es aufgrund einer
Autoimmunerkrankung zur Nebennierenrindenunterfunktion. Hierbei schädigen vom Körper eigenständig gebildete Abwehrstoffe (Autoantikörper) das eigene Organ so sehr, dass es zu einer Schwächung der Funktion kommt.
2.) Auch Infektionskrankheiten wie Tuberkulose oder Zytomegalie-Infektion bei AIDS-Patienten können die Nebennierenrinde so weit schädigen, dass eine Unterfunktion entsteht.
3.) Tochtergeschwülste bösartiger Tumore können sich über den Blutweg in die Nebennierenrinde absiedeln und durch zerstörendes Wachstum eine Nebennierenrindenunterfunktion verursachen.
Eine NNR-Insuffizienz kann auch plötzlich und spontan auftreten, zum Beispiel im Rahmen einer Meningokokkensepsis (Waterhouse-Friederichsen-Syndrom), Einblutungen in das Organ, als Komplikation bei Neugeborenen oder durch eine operative Entfernung der Nebennierenrinde. Eins der wichtigsten in der Nebennierenrinde gebildeten Hormone ist das Kortisol, ein Glukokortikoid. Dieses Hormon erfüllt im Organismus mehrere wichtige Funktionen. Es ist an der körpereigenen Abwehr von Infektionen und Verletzungen beteiligt und spielt in der Energieversorgung des Körpers eine große Rolle. So kann Kortisol als Energielieferant schnell Zucker aus Eiweiß zur Verfügung stellen. Des Weiteren kann Adrenalin, ein bedeutendes Stresshormon, nur in Anwesenheit von Kortisol voll wirksam werden. Beim Mangel an Aldosteron - einem Mineralokortikoid, welches ebenfalls in der Nebennierenrinde gebildet wird - kommt es zu einem Wasser und Salzverlust. Dies hat unter anderem ein Absinken des Blutdrucks zur Folge.

Für den Patienten wird die NNR-Insuffizienz erst bei einem Verlust von etwa 90 Prozent der Nebennierenrinde relevant.
Je nach Dauer und Ausmaß der Unterfunktion dieses Organs reicht die Palette der Symptomatik von Ausbleiben jeglicher Symptome unter normalen Lebensbedingungen über eine generelle Abgeschlagenheit (Adynamie) bis hin zu einer unerwartet unter Belastungen auftretenden Addison-Krise mit eventuellem Koma.
Die Leitsymptome der Addison-Krankheit sind Schwäche, schnelle Ermüdbarkeit, vermehrte Pigmentierung der Haut und der Schleimhäute, Appetitverlust, Gewichtsabnahme, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie ein deutlich verminderter Blutdruck. Die genannten Anzeichen lassen sich alle durch den weitgehenden oder völligen Ausfall von Kortisol und Aldosteron erklären. Der Körper ist durch den Aldosteronmangel nicht mehr in der Lage, ausreichend Natrium (Salz) - und damit auch Wasser - zu konservieren, was zu einem Flüssigkeitsverlust führt. Durch einen sehr hohen Salzverzehr kann dies ausgeglichen werden, bei normaler oder aber eingeschränkter Natriumzufuhr zeigt sich bald der Elektrolyt- und Wasserverlust. Dieser Wasserverlust führt zu einem Gewichtsverlust, verschlechtert die Fließeigenschaft des Blutes und bewirkt einen Blutdruckabfall. Die Zunahme der Pigmentierung betrifft besonders die Körperbereiche, die weniger dem Sonnenlicht ausgesetzt sind (z. B. Handinnenflächen). Nicht selten findet man schwarzbraune Pigmente in der Mundschleimhaut. Begleitet wird der Morbus Addison von Störungen des zentralen Nervensystems wie Apathie, depressive Verstimmung und gesteigerte Erregbarkeit. Der Morbus Addison kann über viele Jahre relativ symptomarm verlaufen. Allerdings können Stresssituationen wie Operationen, Infektionen, Durchfall und Verletzungen zu der lebensbedrohlichen Addison-Krise führen. Diese geht mit einer Verstärkung aller Symptome einher, verbunden mit Kollapsneigung, Schocksymptomatik, Bewusstseinstrübung und Kreislaufversagen und kann zum Koma und Tod führen.
 
 
 
 

Diagnostik
 
Zu Beginn der Diagnostik steht immer die Erhebung der Krankheitsgeschichte durch den Arzt. Er kann sich schon auf Grund der Schilderungen des Patienten vor ab ein Bild über die Beschwerden und den Verlauf machen und eine Verdachtsdiagnose aufstellen.
Eine körperliche Untersuchung schließt sich der Anamnese an, bei der dem Untersucher die vier Leitsymptome einer primären NNR-Insuffizienz (Schwäche bzw. rasche Ermüdbarkeit, Pigmentierung der Haut, Gewichtsverlust und niedriger Blutdruck) auffallen werden.
Wie bei jeder körperlichen Untersuchung ist es wichtig, dass nicht nur auf Hauptsymptome geachtet wird, sondern dass der Untersucher sich ein Bild vom momentanen Allgemeinzustand des Patienten macht. Die weitere Diagnostik besteht hauptsächlich aus Blutuntersuchungen, die Veränderungen im Hormonhaushalt sichtbar machen.
Beim so genannten Synacthen-Test wird die Konzentration von Kortisol vor und nach einer Gabe des die Nebennierenrinden steuernden Hormons ACTH (Synacthen) im Blut gemessen. Bei einem Morbus Addison ist die erste Kortisolmessung (Basalwert) im Gegensatz zu der sekundären NNR- Insuffizienz bereits erniedrigt und steigt auch nach der ACTH-Gabe im Gegensatz zum gesunden Organismus nicht an.
Des Weiteren kann man bei Verdacht auf einen Autoimmunprozess im Blut nach Autoantikörpern suchen. Ultraschall, Röntgenaufnahmen und Schichtröntgen (CT) helfen dabei, krankhafte Veränderungen im Nebennierenrindengewebe wie zum Beispiel Tumormetastasen und Tuberkuloseverkalkungen zu finden.
Ebenfalls im Rahmen einer möglichen Diagnostik liegt der Ausschluss einer Tuberkulose, der mittels des Tuberkulin-Tests erfolgen kann.
 
 
 
 
Auswirkungen
 
Eine Komplikation des Morbus Addison stellt die Addison-Krise dar, die besonders in Stresssituationen wie Operationen, Verletzungen und Infektionen auftritt. Dabei kommt es zu einem gefährlichen Mangel an Hormonen. Die Addison-Krise ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der auf einer Intensivstation behandelt werden sollte und zum Tode führen kann.

Nebennierenerkrankungen

Als endokrines Leiden anfangs uncha­rakteristi­scher Verlauf (Hypertonie, Serum­elektrolyte, Serumaldosteronspiegel, Kate­cholamin­ausscheidung). Meist vegetative Störungen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, psychische Veränderungen, Schweißaus­brüche, Nervosität, Platzangst, Herzbe­schwer­den. Besonders die anfallsartigen Symptome des Phäochromo­cytoms werden oft verkannt. Erstes Auftreten oft intraoperativ wegen anderer Erkrankung, möglicher letaler Ausgang, wenn nicht sofort eine massive a- Blockade durchgeführt wird. Unterscheidung zwischen regulativ abhängi­gen Formen (z.B. beidseitige Nebennieren­rindenhyperplasie bei hypophy­sä­rem M. Cushing oder ekto­pem Cushing) oder tumorbedingten autono­men Formen (adrena­ler Cushing) auch durch Funktions­unter­suchun­gen (Dexamethason­test). Vgl. Conn-Syndrom, vgl. Phäochromocytom, Cushing, AGS. Chirur­gie nur bei Tumoren causal wirksam, bei sekun­dären bilateralen Hyperplasien wird nur das Erfolgsorgan eines gestörten Regelkrei­ses, oft allerdings sehr wirksam, getroffen. Dignitätsdiagnose sehr schwierig. Operationsindikation besteht bei allen hormonakti­ven Nebennierentumoren, bei den hormoninaktiven muß ein Phäochromocy­tom sicher ausgeschlossen werden. Bei Zy­sten und soliden Tumoren unter 3 cm Ø ist das Malignitätsrisiko gering. Bei größeren soliden RF wird man wegen der Malignitätsge­fahr doch eine Operationsindika­tion stellen. Nebennierenmetasta­sen von anderen Primärtumo­ren treten meist bilateral in etwa gleicher Größe auf, sind meist nicht prognoseentschei­dend, also eher keine Op-Indikation.
Ein abdominelles Vorgehen ist stets indiziert zur bilateralen Adrenalektomie, bei allen größe­ren Tumoren, allen Karzinomen, allen malignitätsverdächtigen Tumoren, bei Phäo­chro­mocytom mit erforderlicher Exploration der Gegenseite bzw. des Retroperitoneums zum Ausschluß ektoper Tumoren und bei Situatio­nen, die eine abdominale Revision z.A. anderer Erkrankungen erfordern.
Operationstechnisch kann die Nebenniere möglichst lange an der Nierenkapsel bleiben und so heruntergezogen werden. Die Zentral­vene sollte baldmöglchst unterbunden wer­den. Rechts ist die Vene kürzer und Näher an der cava gelegen, hier also größere Blutungsge­fahr als links.
Die entscheidende Erkrankungsdiagnose erfolgt durch biochemische und radio­immunologi­sche Hormonnachweis- und Funk­tionsmetho­den, die Lokalisationsdiag­nostik durch Sono und CT, auch durch Szinti, selektive Hormonbe-stim­mung im venösen Blut. Die Operationsrisiken wurden durch spezifische Operationsvorbereitung und ge­naue intra- und postoperative Substitution gesenkt. Postoperative Dauersubstitution 25-30 mg Kortison und 0,1 mg Fludrocortison pro Tag, meist in zwei Dosen morgens und abends eingenommen. Bei langer Subpres­sion einer Nebenniere braucht diese etwa 6-12 Monate zur Erholung, oft wird die Aktivität einer gesunden Nebenniere garnicht mehr erreicht. Speziell nach Cushing treten oft Wundheilungsstörun­gen auf. Antibioti­caprophy­laxe.

 

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